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In die Zukunft investiert
CDU-Landtagsabgeordneter Norbert Beck besuchte Metallbau Pfeffer
von Rainer Sattler- Artikel der Südwestpresse vom 8. Februar 2011
„Handwerk und Mittelstand bilden das Rückgrat unserer Gesellschaft“: mit diesem Zi- tat startete der CDU-Land- tagsabgeordnete Norbert Beck seine Betriebsbesichti- gung bei Metallbau Pfeffer in Eutingen.
Eutingen. Es war der zweite Besuch des Abgeordneten, beim Fest zum 50-jährigen Betriebsjubiläum war er schon mal da, die jetzige Betriebserweiterung durch den großen Hallenanbau war Anlass für die zweite Visite. Bürgermeister Armin Jöchle und Martha Mühlberger, Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes waren ebenfalls präsent. Angelika und Raimund Pfeffer sowie Seniorchef Ernst Pfeffer machten die Führung.
Armin Jöchle erinnerte an die Anfänge mit dem Einmannbetrieb von Ernst Pfeffer, beleuchtete die kontinuierliche Entwicklung zur heutigen Firmengröße und betonte, von einem reinen Handwerksbetrieb könne man heute nicht mehr sprechen. Auch Raimund Pfeffer ging kurz auf den Werdegang seit 1981 ein, erläuterte die verschiedenen Entwicklungsstufen bis zu dem Punkt, wo die Entscheidung zu treffen war, rückwärts oder vorwärts zu planen. Man habe sich für das Vorwärts entschieden und den jetzigen Hallenneubau in Angriff genommen, eine Investition von 2 Millionen Euro.
50 Mitarbeiter sind derzeit bei Pfeffer beschäftigt, darunter sechs Auszubildende. Zur Frage nach der schulischen Qualifizierung der Lehrlinge stellte Raimund Pfeffer fest: „Mir ist für die handwerkliche Ausbildung ein guter Hauptschüler lieber als ein schlechter Realschüler!“ Besonders im wichtigen Fach Mathematik seien oft große Defizite festzustellen.
Neben den handwerklichen Aufträgen aus der näheren und weiteren Umgebung ist die Industrie ein wichtiges Standbein für den Betrieb, erklärte Pfeffer, für diese sei die Firma praktisch die „verlängerte Werkbank“, langjährige Verbindungen in diesem Bereich würden Rückhalt geben.
Die neue Halle mit dem Hochregallager für Blechteile war die erste Station beim Betriebsdurchgang. Deren elektronische Steuerung ist kombiniert mit der Hochregalsteuerung des Stabstahllagers in einem weiteren Betriebsgebäude, was zwar die Abläufe optimiert, aber auch eine zusätzliche Investition von 70 000 Euro bedeutete. Raimund Pfeffer erläuterte dem Abgeordneten auf Anfrage, dass beim Neubau weitere Zusatzkosten in Höhe von 50 000 Euro entstanden sind, verursacht durch die problematische Gründung im unerwartet weichen Untergrund.
Der Geschäftsführer erwähnte in diesem Zusammenhang auch das langwierige Genehmigungsverfahren und einige lästige Auflagen. So sei in der Baugenehmigung verlangt worden, zwei Parkplätze auf dem Hallengelände zu erstellen, obwohl gerade über der Straße ein eigener Firmenparkplatz vorhanden ist.
Ein Lob kam von Raimund Pfeffer dagegen zu den Regelungen zur Kurzarbeit in der Krisenzeit. Nur dadurch sei es gelungen, die Belegschaft zu halten und Kündigungen zu vermeiden. Entlassungen hätten im jetzigen Aufwärtstrend Neueinstellungen erfordert mit entsprechend langer Einarbeitungszeit.
Im Inneren der 45 auf 27 Meter großen neuen Halle gibt es noch zu tun, die Kranenbahn und etliche Maschinen sind im Anmarsch. Im Außenbereich wird eine nachgeführte Fotovoltaikanlage erstellt, vier Flügel mit je 35 Quadratmeter sollen Solarenergie erzeugen, die bei rückläufiger Einspeisungsvergütung eventuell direkt in der Produktion genutzt wird. Vieles in der neuen Stahlträgerhalle wurde bei Pfeffer mit eigenen Kräften „im Haus“ erledigt. Der weitere Rundgang durch die Betriebsgebäude machte deutlich, dass es in der bis-herigen Produktionshalle einfach zu eng geworden ist. Neue Maschinen brauchen Platz, vor allem die Bearbeitung größerer Stahlträger erfordert entsprechende Raumgrößen.
Interesse zeigte Norbert Beck am jüngsten Teilnehmer der Gesprächsrunde. Jan Pfeffer (18) besucht derzeit das Technische Gymnasium in Nagold und will anschließend ein Ingenieurstudium absolvieren mit dem Ziel, in den elterlichen Betrieb einzusteigen. Handwerkliches Rüstzeug hat er sich schon teilweise erworben: sein Opa, Firmengründer Ernst Pfeffer, hat ihm schon die Grundzüge des Schmiedehandwerks beigebracht, die er unter anderem schon bei den Horber Ritterspielen demonstrieren konnte.





